Eine Qual – für die Angehörigen
Sie lebt noch – ist aber seit gestern morgen im sogenannten „Sterbeprozess“. Gestern Mittag wurde die Beatmungsmaschine abgestellt. Sie hat vorher eine große Dosis Morphin bekommen, damit sie ruhig und ohne Schmerzen einschlafen kann.
Nun haben die ärztlichen Betreuer gesagt, dass der Vorgang nach dem Abstellen der künstlichen Beatmung sehr schnell von statten gehen wird. Nun kämpft sie seit über einem Tag, die Ärzte meinen dass sie ein sehr starkes Herz hat. Sie atmet selbstständig und ruhig, nachdem was ich gehört habe, denn seit vorgestern habe ich es nicht mehr übers Herz gebracht sie so zu sehen, ich will sie lieber so in Erinnerung behalten wie sie 14,5 Jahre meines Lebens war.
Sie wurde jetzt von der überfüllten Intensivstation in ein ruhiges Einzelzimmer gebracht, wo es keine strengen Besuchsregeln mehr gibt. Man könne dort sogar bei ihr übernachten, obwohl das nun wirklich nicht so schön wäre. Mein Opa und eine Tante sind eben gerade noch mal zu ihr gefahren, eine Tante und eine Großtante sind bereits dort.
Um die Bestattung kümmern wir uns auch schon, eine anonyme Feuerbestattung mit Urne. Den Garten haben wir endlich verkaufen können, und zuzüglich ihrer Sterbeversicherung können wir mit dem Geld ein schönes letztes Ende bereiten.
Ich werde jetzt zusehen dass ich das normale Leben schnellstmöglich in den Griff bekomme. Deshalb wird das auch voraussichtlich der letzte Beitrag über meine Oma sein und ab morgen gibt es dann wieder die normalen und etwas schöneren Beiträge. Eventuell werde ich euch noch mal über die Beerdigung informieren. Wenn sie endlich erlöst ist, werde ich euch höchstwahrscheinlich per Kommentar auf diesen Beitrag informieren, es sei denn ihr wollt es gar nicht wissen, das müsst ihr mir nur sagen. Auch könnt ihr mich in Zukunft wieder über Skype erreichen.
Warum es so schnell geht, kann ich euch auch sagen: Mit dem Trauern muss ich nicht erst auf den Tod warten. Für mich ist meine Oma schon in der Nacht des Schlaganfalls gestorben, denn sie würde sich, wenn sie noch mal aufwachen würde, nicht mal mehr an mich erinnern. Ein Wachkoma ist für mich eine lebende Hülle, kein Mensch. Ist hart, für mich sind aber innere Werte nun mal entscheidend.
Ich bedanke mich für alle Kommentare und Mutzusprechungen. Morgen geht es dann (hoffentlich) mit Schwung weiter.
EDIT: Wie versprochen habe ich euch in einem Kommentar auf diesen Beitrag über den Tod meiner Oma informiert. Wenn ihr näheres wissen wollt könnt ihr den Kommentar lesen.


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